Kleines Lexikon

Bankert: Eine heute nicht mehr gebräuchliche, abfällige Bezeichnung für ein uneheliches Kind.

Besatzungskind: Als Besatzungskind gelten jene Kinder, die zwischen 1945 und 1955 in Deutschland und Österreich zur Welt kamen. Ihre Mütter sind einheimische Frauen, während ihre Väter Angehörige der alliierten Besatzungstruppen sind. Die Mütter und Kinder litten in ihrer Heimat oftmals unter Stigmatisierungen und Ausgrenzungen.

Befreiungskinder: Mit Befreiungskindern sind die gleichen Kinder gemeint, die auch unter den Begriff der Besatzungskinder fallen. Da der Begriff „Besatzungskinder“ eine Zusammenfassung aller einzelnen Gruppen ist, sich allerdings nicht alle Betroffenen so bezeichnen wollen, wählen sie bisweilen eigene Bezeichnungen.

Brown Babies: Mit Brown Babies sind Kinder von deutschen Frauen und französischen oder britischen Soldaten schwarzafrikanischer Herkunft oder US-Soldaten afroamerikanischer Herkunft gemeint. Bedingt durch ihre dunklere Hautfarbe und die in der Bevölkerung weiterhin nicht völlig vergessene Rassenlehre des Dritten Reiches hatten es diese Kinder und ihre Mütter sehr schwer. Ausgrenzungen und Stigmatisierungen waren für viele ein Problem. Aber auch die Gesellschaft und die Politik zeigten sich oftmals überfordert. Viele der Brown Babies, vor allem jene der US-Soldaten, wurden später in die USA vermittelt, wenn die Mütter bereit waren, die Kinder zur Adoption freizugeben.

Brown-Baby-Plan: Damit ist ein von der Journalistin Mabel Grammer initiierter Plan gemeint, der zum Ziel hatte, „Brown Babies“ aus Deutschland in die USA zu schicken, wo sie von afroamerikanischen Familien adoptiert wurden.

Fräuleins: Nach 1945 wurde das „doitsche Froilain“ von den in Deutschland stationierten amerikanischen GIs entdeckt und das „Fräulein“ ging als Fremdwort ins Englische ein. Seitdem existiert auch die sprichwörtliche Redensart vom „Deutschen Fräuleinwunder“. Es stand für junge, attraktive, moderne, selbstbewusste und begehrenswerte Frauen des Nachkriegsdeutschlands.

Fraternisierungsverbot: Damit ist ein Verbot gemeint, wonach es Soldaten zweier im Krieg befindlicher Parteien untersagt ist, miteinander oder mit der Zivilbevölkerung zu kooperieren.

GI: Ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen einfachen Soldaten der US-Streitkräfte.

GI-Babies: Damit sind Kinder von deutschen Frauen und amerikanischen Besatzungssoldaten gemeint. Trotz eines anfänglichen Fraternisierungsverbotes ist es immer wieder zu Kontakten zwischen den Frauen und Angehörigen der US-Streitkräfte gekommen. Viele dieser Kinder haben sich heutzutage in Gruppen und Vereinen organisiert, um Gleichgesinnte zu finden und eigene Erlebnisse zu verarbeiten  aber auch, um sich gegenseitig bei der Suche nach ihren Wurzeln zu helfen.

Mischlingskinder: War die politische Bezeichnung für afrodeutsche Kinder. Im Bundestag und auch in der Fachsprache wurden die Kinder so genannt.

Segregation: Hiermit ist die auf rassistischen Motiven begründete Trennung zwischen Menschen unterschiedlicher Hautfarbe gemeint. Im Fall dieser Arbeit ist damit die Trennung zwischen Schwarzen und Weißen gemeint.

Toxi: Ist ein deutsches Melodram aus dem Jahr 1952. Der Film von Robert Adolf Stemmle beschäftigte sich erstmals mit der Situation der afrodeutschen „Besatzungskinder“ in der frühen Bundesrepublik.

Russenkinder: Mit Russenkindern sind jene Kinder gemeint, die in der sowjetischen Besatzungszone zwischen deutschen Frauen und sowjetischen Soldaten gezeugt wurden. Obwohl es ab 1947 ein Verbot von privaten Kontakten zwischen sowjetischen Soldaten und deutschen Frauen gab, sind aus Vergewaltigungen und Liebesbeziehungen etwa 100.000 Kinder entstanden. Rechtlich gesehen wurden sie als uneheliche Kinder betrachtet. Soldaten, denen eine Beziehung nachgewiesen werden konnte, wurden in die Heimat zurückgeschickt und mussten zur Strafe in ein Arbeitslager.

Veronika Dankeschön: War ein kompromittierender Beiname, den die Armeeführung der US-Streitkräfte deutschen Frauen gab. Die Bezeichnung war eine Anspielung auf den Begriff „Venereal Diseases“ (VD), was zu Deutsch Geschlechtskrankheiten bedeutet. Ein Problem unter dem die Truppen und viele Frauen zu dieser Zeit litten.

Wehrmachtskinder: Mit diesen Kindern sind jene gemeint, die während der deutschen Besatzung von Angehörigen der Wehrmacht und einheimischen Frauen gezeugt wurden. Besonders in Norwegen und Frankreich sind viele dieser Kinder zur Welt gekommen. Statistische Erhebungen gibt es zumeist jedoch nicht. Auch in anderen besetzten Ländern wie Dänemark, Belgien und den Niederlanden gibt es Wehrmachtskinder. Ihre größte Zahl gibt es jedoch wohl in Osteuropa, wo die Zahl der Kinder auf etwa eine Million geschätzt wird.